Alpenmarathon 2023

In 16 Stunden durch die Schweizer und Italienischen Alpen

Wie schon 2022, war ich auch im Jahr 2023 wieder Teilnehmer beim Alpenmarathon
Diesmal war Start und Ziel im Tirolerischen Pfunds, das man ruhig als Tor zum Motorradparadies bezeichnen darf.

Anreise am Freitag unspektakulär mit einigen Kilometern Autobahn, damit ich endlich meine neu gewonnenen Freunde vom Saltwaterrun und die Kollegen vom Alpi 2022 wieder treffen kann.
Ich treffe am späten Nachmittag in Pfund ein und werde sofort freundlich und herzlich begrüßt. Als der CheckIn beim Alpi2023 erledigt ist, wechsle ich nur die Straßenseite und checke in mein Hotel ein. Ich schlafe wieder im Hotel Edelweiß, in dem ich schon 2022 auf dem Weg zur Hardalpitour genächtigt habe.
Ich mache mich frisch und esse eine Kleinigkeit um dann am Abend dem Briefing zu lauschen. Es stehen ca. 200 Personen in der großen Hotelhalle und hören Michael, dem Organisator vom Alpi zu. Dieser macht das wieder mit viel Humor und Hingabe. Er erklärt vieles und geht auch auf die auftauchenden Fragen ein.
Nach einer Guten Stunde ist alles gesagt und der Abend wird noch gemütlich. An unserem Tisch wird viel gelacht und es werden auch ein paar Bier getrunken. Es ergeben sich viele interessante Gespräche mit den unterschiedlichsten Personen. Es ist einfach herrlich wenn man unter gleichgesinnten ist.
Später wechsle ich in mein Hotel und kaufe mir noch ein Bier an der Hotelbar. Dort kann ich einer kleinen Runde von Bikern mit ein paar Tipps und Ratschlägen für den morgigen Alpi weiterhelfen und kurz darauf sitze ich schon mitten unter Ihnen und aus dem Abend wird eine Nacht und diese Nacht wird dann doch etwas kurz.

Keine 5 Stunden habe ich geschlafen als ich um 5:30 im Startbereich des Alpis stehe und mich mit Wasser und Koffeinbooster versuche wach zu bekommen.
Pünktlich um 6:00 Uhr starten die ersten. Um 6:01 liegt das erste Motorrad schon auf der Straße.
Was ist passiert?
Kalter Reifen, kalter Asphalt und eine zu motivierte Gashand. Reifen weggerutscht und schon lag er da. Soweit ich weiß war für den dann der Alpi schon vorbei, da er natürlich mit seiner BMW mit dem Ventildeckel eingeschlagen ist und dieser zu Bruch ging.
Ich starte um 6:10 Uhr, als der große Trubel schon vorbei ist. Mein Plan ist durch sehr wenigen Pausen und keine unnötigen Stopps das gesamte Feld einzuholen und um 18:00 möchte ich schon bei einem Bier im Gastgarten sitzen.

Ob das so funktioniert, werden wir sehen.

Von Pfunds geht es zum Reschensee zu einem Ersten Fotostop. Aber Handy leer also kein Foto. Na dann nichts wie weiter. Es geht in Richtung Ofenpass und somit in die Schweiz.
Am Ofenpass der erste Kontrollpunkt. Es muss ein Foto gemacht werden und dem Michael geschickt. Nach 10 Minuten Pause geht es weiter.
In einer Kolonne von ungefähr 10 Motorädern fahren wir über den Flüelapass nach Davos. Jetzt wird es aber etwas komisch und Interessant. Bei jeder Kreuzung werden wir weniger. 5 Minuten Später stehe ich alleine auf einem Parkplatz und kontrolliere meine Route auf dem Navi. Es passt alles, also fahre ich weiter. Es dauert ziemlich lange bis ich am nächsten Kontrollpunkt ankomme. Dort stelle ich DIE Frage:“ Ist das jetzt der 2. oder 3. Kontrollpunkt??“
Die Antwort die jetzt kommt wollte ich nicht hören. Ich befinde mich beim 3. Kontrollpunkt.
Wo war denn der zweite??
Die Karte wird studiert.
Ich überlege nur einige Sekunden und starte in Richtung zweiten Kontrollpunkt. Über den Albulapass geht es wieder Richtung Norden. Jetzt kommen mir natürlich sehr viele Alpi Teilnehmer entgegen. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Niemals Nie in der Nacht nach gewonnener Barwertung an der Route herumspielen.
Dennoch genieße ich die Straße und den herrlichen Schweizer Alpenpass. Endlich Kontrollpunkt 2.
Auch hier wieder nur ein kurzer Aufenthalt. Nach nicht mal 5 Minuten bin ich wieder auf dem Weg.
Durch meinen Fehler in der Planung habe ich jetzt die Möglichkeit den Splügenpass zu fahren ohne groß Umwege zu machen.
Gestern Abend wurde mir erzählt der Splügen ist um einiges schöner als das Stilfserjoch.
Und ich muss sagen, der Mann hatte Recht.
Dort traf ich dann endlich wieder auf Alpi Teilnehmer und konnte auch wieder im Handy nachsehen und meine Route adaptieren. In der Schweiz hatte ich aufgrund hoher Roaminggebühren die Daten ausgeschalten.

In Colico in Italien traff ich dann auf zwei Mädels, von denen ich wusste dass sie Alpi Teilnehmer sind und verfolgte sie. Leider fuhren die dann doch eine Strecke die mir nicht passte (Autobahn) und so drehte ich nach 20 Minuten um und fuhr wieder zurück und vertraute dann doch meiner Route.
Es geht auf den Passo san Marco. Jetzt werden die Straßen aber richtig klein und extra kurvig. Der nächste Kontrollpunkt ist am Passo di Zambla, dort finde ich 10 Minuten Zeit für einen Kaffee. Ich bin jetzt nicht mehr der letzte, sondern nur mehr relativ weit hinten.
Das nächste Highlight, das aber auch wieder Zeit kostet weil die Straße kaum mehr als 2 Meter breit ist, ist der Passo del Vivione.
Nach 720 Kilometer auf dem Tacho erreiche ich den Zoggler Stausee und hätte die Kilometer für das Tagesziel eigentlich erreicht.
Ich fülle meine Trinkblase mit Wasser auf und esse 2 Bananen. Übrigens die erste Mahlzeit am heutigen Tag. Schön langsam reicht es mir und ich will ins Hotel.
Es sind ja „nur“ mehr 100km und es muss noch ein Kontrollpunkt angefahren werden.
Am Passo Tonale ein letztes mal stehen bleiben und dann zügig Richtung Pfunds. Nur am Reschensee bleibe ich nochmal stehen und mache ein Foto.

Alle meine Alpifreunde sind schon im Hotel und erwarten mich schon. Ich trinke noch schnell 2 Bier mit ihnen und gehe schnell in mein Hotel duschen und umziehen.
Als ich zurück komme warten sie schon mit einer zünftigen Brettljause auf mich und ich kann endlich etwas essen. Viele Geschichten später verabschieden sie sich und ich schaue noch in die Bar ob ich noch wen finde. Und ja, meine Regensburger Runde von gestern Nacht ist unterwegs.
Wir trinken noch ein paar dann ist es aber auch für uns genug und ich verlasse das Hotel in Richtung Bett.

Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück geht es wieder zum Veranstaltungshotel zur „Siegerehrung“.
Wir erhielten unseren Patch für die bestandenen Kontrollpunkte und unsere Urkunde. Dann saßen wir noch bis Mittag auf der Terrasse und unterhielten uns und schmiedeten schon Pläne für die nächsten Abenteuer.

Ich verabschiede mich und begebe mich auf die Heimreise. Ich nehme mir den ganzen Nachmittag Zeit und fahre nur kurz Autobahn um nach ca. 7 Stunden dann doch Erschöpft aber glücklich zu Hause anzukommen.

Fazit: Das Abenteuer Alpenmarathon ist schon etwas spezielles und hat mich in den Bann gezogen. Für 2024 ist schon Urlaub eingetragen.
Ich wiederhole: Niemals Nie in der Bierlaune an der Route herumspielen.

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